7.4.2 Frühere Verkehrsfreigabe

Datum der Konstituierung

6.12.2011

Leitung

Dipl.-Ing. Marco Schünemann

Problem / Ziel

Baumaßnahmen an Verkehrsflächenbefestigungen führen häufig zu Verkehrsbehinderungen. Der politische Druck steigt, diese Beeinträchtigungen zu vermindern. Nach dem Einbau von Asphaltdeckschichten bzw. Asphaltbinder- und Asphaltdeckschichten sehen die ZTV Asphalt-StB 07 Wartezeiten bis zur Verkehrsfreigabe von mindestens 24 bzw. 36 Stunden vor. Mit dieser Maßnahme sollen Verformungen der frischen Asphaltbefestigungen, die aus einer zu frühen Verkehrsfreigabe resultieren können, vermieden werden.

 

Da die oben genannten Mindestzeiträume so ausgelegt sind, dass auch sehr ungünstige Randbedingungen erfasst werden und mögliche positive Einflüsse, wie sie durch den Einsatz von viskositätsverändernden Zusätzen zum Beispiel erwartet werden können, unberücksichtigt bleiben, kommt es bei der Abwicklung von Bauverträgen immer wieder zu Konflikten zwischen den Vertragspartnern, wenn diese Zeiten nicht eingehalten werden sollen oder eingehalten werden können.

 

Gerade im Rahmen von ZTV BEA-Maßnahmen könnte eine frühere Verkehrsfreigabe Bauabläufe erheblich beschleunigen. Wünschenswert wäre es, die frühestmögliche Verkehrsfreigabe belastbar in situ bestimmen zu können, da so alle örtlichen Randbedingungen direkt erfasst und berücksichtigt würden. Dazu gibt es derzeit verschiedene mögliche Ansätze die entweder auf statischen oder dynamischen Prüfverfahren beruhen.

 

Die auf dem Markt befindlichen Verfahren sind jedoch noch nicht ausreichend erprobt und sollten genauer beleuchtet werden, bevor es hier zu einer unerwünschten „Eigendynamik“ kommt und nicht validierte Verfahren Einzug in Bauverträge halten.

 

Ziel ist der Vergleich infrage kommender Prüfverfahren, die ggf. Prüfwerte liefern können, die eine gesicherte frühere Verkehrsfreigabe ohne zusätzliche Risiken ermöglichen und die Formulierung geeigneter Forschungsaufträge, um die Systeme zu überprüfen bzw. zu kalibrieren.

Angestrebtes Ergebnis

Im Falle der Systemeignung des Vergleichs der Prüfverfahren könnte die Aufnahme in das bestehende Regelwerk erfolgen oder ein gesondertes Merkblatt (R 2) erstellt werden.

Update: 18/08/2015