6.2.7 Auslaugverfahren

Datum der Konstituierung

20.9.2013

Leitung

Dr.-Ing. Ruth Bialucha

Problem / Ziel

Von den in den TP Gestein-StB beschriebenen fünf Auslaugverfahren wurde lange Zeit das mod. S4-Verfahren favorisiert – ein Schüttelverfahren mit einem Wasser/Feststoff-Ver­hältnis (L/S-Verhältnis) von 10:1, das auf der Basis der DIN 38414-4 entwickelt wurde. Derzeit werden jedoch in Deutschland im Zusammenhang mit der als Entwurf vorliegenden Mantelverordnung zwei Auslaugverfahren diskutiert, die mit einem L/S-Verhältnis von 2:1 arbeiten. Dies sind die DIN 19528 (up-flow-Perkolation) und die DIN 19529 (Schüttel­verfahren).​

​An der Entwicklung eines up-flow-Perkolations­verfahrens wurde auf europäischer Ebene von dem CEN/TC 292 "characterization of waste" bereits Ende der 90er Jahre gearbeitet. Basis hierfür war die niederländische Norm NEN 7373 (vormals 7343). Im Jahr 2004 wurde die Verfahrensvorschrift als "Technische Spezifizierung" veröf­fentlicht (CEN/TS 14405), da keine Validierung vorlag. Derzeit verfolgt der CEN/TC 292 das Ziel, diese TS in eine europäische Norm zu überführen, da es offenbar gute Validierungsergebnisse aus den USA gibt. Diesem Vorgehen hat das deutsche Spiegel­gremium NA 119-01-02-05 UA "Eluierungsverfahren" wider­sprochen, da sich die TS 14405 von den Randbedingungen her deutlich von der deutschen Norm 19528 unterscheidet. Die Arbeiten der TCs 292, 345 und 400, die sich mit Verfahren zur Untersuchung der Umweltverträglichkeit von Stoffen befassen, werden zukünftig in dem neu gegründeten CEN/TC 444 "Environmental characterisation" gebündelt.

Vom CEN/TC 351 "Dangerous substances" werden im Rahmen der Bauprodukte-Verordnung verschiedene Auslaugmethoden erarbeitet, mit denen Baumaterialien europaweit einheitlich hinsichtlich ihres Umweltverhaltens bewertet werden können. Ein Verfahren zur Untersuchung des oberflächenabhängigen Auslaugverhaltens von monolithischen oder verfestigten Produkten (Trogverfahren) wurde im November 2014 veröffentlicht. Für die Untersuchung von stückigen Materialien wird ein up-flow-Perkolationsverfahren entwickelt. 

Ziel des Arbeitskreises ist es, die Diskussionen zum Thema Auslaugverfahren auf nationaler und europäischer Ebene zu verfolgen und dahin­gehend zu beeinflussen, dass die Belange des Straßenbaus ausreichend berück­sichtigt werden.  Hierzu werden Erfahrungen mit den unterschiedlichen Verfahren gesammelt und bei Bedarf Forschungsprojekte zu einzelnen Problemen angeregt und betreut. Daneben sollen Langzeit­beobachtungen verschiedener Straßen- und Erdbaumaßnahmen vorgenommen werden.

Angestrebtes Ergebnis

  • Überprüfung der internationalen und nationalen Auslaugverfahren auf deren Praxistauglichkeit im Straßen- und Erdbau, ggf. darauf aufbauend die Anpassung in Deutschland angewandter Verfahren.
  • Einbeziehung von industriell hergestellten, rezyklierten und natürlichen Gesteinskörnungen in die Untersuchungen zum Auslaugverhalten.
  • Veröffentlichung von Ergebnissen zum Auslaugverhalten von industriell hergestellten, rezyklierten und natürlichen Gesteinskörnungen, die für den Straßenbau relevant sind​.
Update: 15/07/2016