3.2.10 Qualitätsmanagement von VBA

Datum der Konstituierung

21.6.2012

Leitung

Dr.-Ing. Christoph Schwietering

Problem / Ziel

Der volks- und betriebswirtschaftliche Nutzen sowie die Akzeptanz von Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) bei den Verkehrsteilnehmern sind maßgeblich von deren verkehrlichen und technischen Qualität (der Steuerung) abhängig. Bislang werden Eingangsgrößen (Verkehrs­daten, Umfelddaten) mit einfachen Plausibilitätsprüfungen qualitätsgesichert. Darüber hinaus setzen einige Betreiber von Verkehrsbeeinflussungsanlagen zusätzliche Werkzeuge zur Qualitätsüber­wachung ein.

Das Qualitätsmanagement (im Kontext der Steuerung) von Verkehrsbeeinflussungsanlagen soll mehrere übergeordnete Ziele verfolgen. Das sind zum einen der optimale Regelkreislauf von Datenerfassung/-auswertung, Situationsanalyse/-bewertung, Auswahl und Ausführung der geeigneten Steuerung sowie Wirkungskontrolle (Befolgung, Akzeptanz), zum anderen die Einhaltung von Qualitätsparametern während des gesamten Lebenszyklus der Anlage (Planung, Realisierung, Betrieb, Instandhaltung/Instandsetzung, Erneuerung). Dabei sind auch Einflüsse von Topologie, Witterung und Ausrüstungsumfang (Anzahl/Dichte von Mess- und Anzeigequerschnitten) zu beachten.

Weitere Ziele sind die ständige Kontrolle der Steuerung sowie die ständige Optimierung der Steuerung. Außerdem ist ein adäquates Konzept zur Dokumentation der Güte der Ergebnisse zu entwickeln. Das Qualitätsmanagement sollte in einem standardisierten Rahmen ablaufen, der zu entwickeln ist. Zudem ist eine interessante Fragestellung, bis zu welcher Messwertqualität in der Situationsermittlung noch Verfahrensergebnisse zufriedenstellender Qualität erzielt werden können. Dies stellt sowohl für die Situationsbewertung als auch für die Einschätzung des Wirksamkeitspotenzials einer Streckenbeeinflussungsanlage (SBA) eine nützliche Information dar.

Ein erstes Konzept eines Qualitätsmanagements wurde in den „Hinweisen zum Einsatz von Steuerungsverfahren in der Verkehrsbeeinflussung“ der FGSV entwickelt, die demnächst veröffenlicht werden. Darüber hinaus haben sich diverse Forschungsarbeiten mit dem Qualitätsmanagement von Verkehrsbeeinflussungs­anlagen beschäftigt. Eine für die Praxis aufbereitete Zusammen­stellung der bisherigen Anwendungen und wiss. Erkenntnisse sowie durch ein Fachgremium diskutierte und festgelegte Qualitätsziele, -indikatoren und -grenzwerte gibt es noch nicht. Ziel ist es demnach, Qualitätsziele zu definieren, dafür erforderliche Kenn- und Bewertungsgrößen festzulegen und entsprechende Messmethoden sowie die Analyse der Messungen selbst zu definieren, die mit vertretbarem Aufwand in der Praxis eingesetzt werden können. Diese sollen möglichst standardisiert visualisiert werden, damit eine Vergleichbar­keit der Qualität von Verkehrsbeeinflussungsanlagen ermöglicht wird. Außerdem soll die organisatorische Einbettung in Prozesse von Verkehrsrechnerzentralen beschrieben werden, wobei auch wirtschaftliche Aspekte (z. B. Wartungszyklen) berücksichtigt werden sollen.

Angestrebtes Ergebnis

Es wird die Erarbeitung eines Wissensdokuments (W) vorgeschlagen, da mit dem aktuell dokumentierten Stand der Wissenschaft und Technik keine normativen Vorgaben, sondern nur Hinweise möglich sind.

Update: 28/02/2018