1.2.7 Inputdaten für Verkehrsmodelle

Datum der Konstituierung

3.5.2012

Leitung

Dr.-Ing. Tobias Kuhnimhof

Problem / Ziel

Verkehrsmodelle sind auf Eingangsgrößen angewiesen, die u.a. relevante Rahmenbedingungen beschreiben. Hierzu gehören v.a. räumlich differenzierte Daten zur Bevölkerung (z.B. Bevölkerungszahl, sozio-ökonomische und sozio-demographische Zusammensetzung), zu Aktivitätsorten und -gelegenheiten (z.B. Arbeits- und Schulplätze, Einkaufsgelegenheiten), zur Ausstattung mit Mobili-tätswerkzeugen (z.B. Führerscheinbesitz, Pkw-Verfügbarkeit, ÖV-Zeitkartenbesitz) oder zu Kosten von Mobilität (z.B. Kraftstoffkosten, ÖV-Nutzungskosten). Verkehrsmodelle selbst haben die Funktion, das verkehrliche Geschehen, das sich aus dem Zusammenspiel von Rahmenbedingungen mit dem Verkehrsangebot und dem individuellen Verhalten ergibt, durch entsprechende Verkehrskenngrößen zu beschreiben. Eingangsdaten zur Beschreibung der Rahmenbedingungen sind damit für die Verkehrsmodellierung von maßgebender Bedeutung.

Der Arbeitskreis soll eine Handreichung für die Zusammenstellung konsistenter rahmenbedingungs-beschreibender Eingangsgrößen für Verkehrsmodelle erarbeiten. Für den Status-Quo liegen oft hin-reichende Sekundärstatistiken für diese Eingangsgrößen vor. Hier liegt die Aufgabe des Arbeitskreises in einer problemadäquaten Sammlung geeigneter statistischer Quellen. Dabei sollen deren An-wendbarkeit und räumliche Aussageschärfe für gängige Modellierungsaufgaben diskutiert werden. Darauf aufbauend besteht die Aufgabe des AK in erster Linie darin, Quellen und Methoden darzulegen, die sich eignen, Eingangsdaten für die Modellierung zukünftiger Verkehrsnachfragezustände zusammenzustellen.

Für die Modellierung zukünftiger Nachfragezustände sind Verkehrsmodelle auf Ergebnisse anderer Modelle angewiesen. Zum einen gibt es hierbei Eingangsgrößen, für die etablierte Vorausschätzun-gen auch in räumlicher Auflösung vorliegen, z.B. Bevölkerungsprognosen. Zum anderen gibt es Ein-gangsgrößen, für die typischerweise keine geeigneten Prognosen existieren, etwa zu Arbeitsplätzen oder Motorisierungsentwicklung.

Der Arbeitskreis soll praxisbezogene Methoden darlegen, wie in diesem Zusammenhang existierende Lücken bei den Eingangsgrößen geschlossen bzw. heterogene Eingangsgrößen harmonisiert werden können. Dabei sind folgende Themen von Bedeutung:

  • Darstellung der Relevanz der Qualität von Inputdaten für Verkehrsprognosen
  •  Harmonisierung von Prognosen (z.B. bei inkonsistenten Bevölkerungsprognosen für verschie-dene oder gleiche Raumbezüge oder unterschiedlichen Prognosen zur Kraftstoffpreisentwick-lung)
  • Räumlich geeignete Auflösung von Prognosen mit übergeordnetem Raumbezug (z.B. räumliche Dissagregation von Prognosen zur Entwicklung der Wirtschaftskraft)
  • Methoden zur Erstellung von Prognosen für Eingangsgrößen, für die aus externen Quellen keine geeigneten Vorausschätzungen vorliegen (z.B. Entwicklung von Arbeitsplatzzahlen, Einkaufsge-legenheiten, Motorisierung).
  •  Hinweise zu kommerziellen Datenquellen, deren Umfang und Validität sowie Koppelung der Er-kenntnisse mit amtlichen Daten
  •  Bildung konsistenter und plausibler Szenarien, d.h. Sätzen von Kennwerten für die verschiedenen Eingangsgrößen, die im Gesamtzusammenhang ein mögliches Zukunftsbild an Rahmenbe-dingungen ergeben.
  • Auswirkungen verschiedener Szenarien auf die Ergebnisse von Verkehrsmodellrechnungen


Das Papier verfolgt verschiedene Zielsetzungen. Zum einen soll es Praktikern und speziell Kommunen, die Verkehrsmodelle ausschreiben und implementieren, einen aktuellen Überblick über existierende Datenquellen und Methoden zur Erstellung konsistenter Datengerüste geben. Zum zweiten soll es zu einer Harmonisierung von Prognoseberechnungen gängiger Verkehrsplanungsmodelle bei unterschiedlichen Raumbezügen (Stadt-, Regional- und Bundesmodelle) beitragen.

Angestrebtes Ergebnis

Das angestrebte Regelwerk soll Empfehlungen für Zusammenstellung und Einsatz existierender Daten als Eingangsgrößen für Verkehrsmodelle enthalten. Darüber hinaus soll es Empfehlungen in Hinblick auf Methoden umfassen, die für die Prognose von Rahmenbedingungen geeignet sind.

Art der angestrebten Veröffentlichung: R2 (Empfehlungen).

Update: 28/02/2018