1.1 Grundsatzfragen der Verkehrsplanung

Leitung

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Carsten Gertz

Auftrag / Aufgaben

Der Arbeitsausschuss befasst sich mit der Entwicklung von Mobilität und Verkehr sowie mit den Prozessen zur Gestaltung der Mobilität und zur Planung von Verkehrssystemen. Wichtige Themenfelder sind:

  • Rahmenbedingungen der Verkehrsplanung (z. B. der politische, rechtliche und finanzielle Rahmen)
  • Rahmenbedingungen der Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung (z. B. der demografische Wandel)
  • Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung als Prozess (z. B. Wechselwirkungen zwischen Siedlungsstrukturen und Verkehr)
  • Struktur des Verkehrsplanungsprozesses (z. B. Prozessgestaltung, Qualitätsmanagement, Beteiligungsverfahren)
  • Methoden der Verkehrsplanung (z. B. Bewertung und Entscheidung, Wirkungskontrolle)
  • Strategien der Verkehrsplanung (Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung, verträglichere Verkehrsabwicklung)

Der Arbeitsausschuss erstellt den "Leitfaden für Verkehrsplanungen" als grundlegendes Regelwerk und unterstützt so Verkehrsplanerinnen und Verkehrsplaner in Verwaltungen und Ingenieurbüros in ihrer Tätigkeit. Der Arbeitsausschuss hat daneben auch eine Vordenker- und eine Querdenkerfunktion und will:

  • Grundsatzfragen auch dann stellen und strukturieren, wenn sie sich noch nicht beantworten lassen,
  • langfristige Perspektiven einnehmen und konträre Positionen reflektieren,
  • Mobilität und Verkehr als interdisziplinäres Themenfeld entwickeln.

Der Arbeitsausschuss ist an der Schnittstelle der Verkehrsplanung mit anderen raumrelevanten Disziplinen (z. B. Stadtplanung, Wirtschaftsförderung) angesiedelt und bemüht sich um die weitere Qualifizierung der interdisziplinären Kooperation.

Bestand an Regelwerken

  • Hinweise zu einer stadtverträglichen Verkehrsplanung – (1996) – 130
  • AP 43 Schnelle Orte – Langsame Orte – Zur Berücksichtigung von Zeit, Raum und Geschwindigkeit in der Stadt- und Verkehrsplanung – (1997)
  • AP 44 Frauenbelange in der Verkehrsplanung – (1997)
  • Hinweise zur Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung im Personen- und Güterverkehr – (1999) – 133
  • AP 49 Verkehrliche Wirkungen von Großeinrichtungen des Handels und der Freizeit – (1999)
  • AP 54 Rolle und Verantwortung des Verkehrsplaners – (2001)
  • Leitfaden für Verkehrsplanungen – (2001) – 116
  • AP 56 Verkehrsmanagement – Einsatzbereiche und Einsatzgrenzen – (2002)
  • AP 58 Hinweise zur Beurteilung, Abwägung und Auswahl im Prozess der Verkehrsplanung – (2002)
  • AP 59 Nachhaltige Verkehrsentwicklung – (2003)
  • Hinweise zu Gender-Aspekten in Nahverkehrsplänen – (2004) – 139
  • Hinweise zum induzierten Verkehr – (2005) – 141
  • Hinweise zur Standortentwicklung an Verkehrsknotenpunkten – (2005) – 142
  • Hinweise zu Wechselwirkungen zwischen veränderten Zeitordnungen und Verkehr – (2006) – 143
  • Hinweise zu verkehrlichen Konsequenzen des demografischen Wandels (2006) – 144
  • Hinweise zu regionalen Siedlungs- und Verkehrskonzepten – (2006) – 146
  • Hinweise zur Anwendung von Qualitätsmanagement in kommunalen Verkehrsplanungsprozessen – (2007) – 149
  • Hinweise zur Integration der Belange von Kindern in die Verkehrsplanung – (2010) – 152
  • Hinweise zum rechtlichen Rahmen in der Verkehrsplanung – (2011) – 158
  • Hinweise zur Beteiligung und Kooperation in der Verkehrsplanung – (2012) – 161
  • Hinweise zur Evaluation von verkehrsbezogenen Maßnahmen – (2013) – 157
  • Hinweise zur Verkehrsentwicklung – (2013) – 162
  • Hinweise zu Nahmobilität – (2014) – 163
  • Hinweise zu Mobilität und Exklusion, Forschungsstand zum Zusammenhang von Mobilitäts- und Teilhabechancen – (2015) – 164

Laufende Forschung

Vom Arbeitsausschuss betreute FE-Projekte

  • 73.328 Abschätzung und Bewertung der Verkehrs- und Kostenfolgen von Bebauungs- und Flächennutzungsplänen insbesondere für die kommunale Siedlungsplanung unter besonderer Berücksichtigung der Belange des ÖPNV

Weitere für den Arbeitsausschuss relevante FE-Projekte

  • 70.836 Mobilitätsagentur Stadt Land Rad in der Modellregion Stettiner Haff – Förderung der Radverkehrsmobilität im ländlichen Raum unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft

Aktivitäten

Laufende Bearbeitung / Überarbeitung von Regelwerken / Wissensdokumenten

  • Hinweise zur Vorbereitung und Umsetzung von Verkehrsmanagement
  • Hinweise zu Mobilität und Exklusion
  • Hinweise zur Nahmobilität

Der Arbeitsausschuss setzt die Bearbeitung der laufenden Arbeitskreise fort. Der Arbeitskreis "Gender und Mobilität" begleitet weiterhin die Regelwerke anderer Arbeitsausschüsse und Arbeitsgruppen. Gleichzeitig verfolgen Mitglieder des Arbeitsausschusses Ansätze der kommunalen Verkehrsplanung im europäischen Ausland.

 

Foliensatz "Genderbelange im Verkehrswesen"

 

Der Foliensatz ist ein Angebot (Handreichung), um das Thema Gender Mainstreaming im Verkehrswesen in der Lehre an den Hochschulen, aber auch in der Planungspraxis, stärker zu verankern.

Den Studierenden sollen die theoretischen Grundlagen, empirischen Erkenntnisse und methodischen Herangehensweisen im Bereich Gender Mainstreaming im Verkehrswesen vermittelt werden. Ziel ist es, die Bedeutung der Kategorien Geschlecht und Alter, aber auch anderer gesellschaftlicher Differenzierungen wie Schicht, Ethnie, Mobilitätseinschränkungen für die Verkehrsplanung zu erkennen und in der späteren Berufspraxis stärker zu berücksichtigen.

Der gesamte Foliensatz umfasst eine Einführung (Begriffe, Grundannahmen, Mobilitätskennziffern, Anforderungen), verschiedene thematische Module wie "Mobil im Quartier" (Nahmobilität), "Beteiligungsverfahren", die einzelnen Verkehrsmittel MIV, ÖPNV und Fahrrad sowie Anforderungen spezifischer Nutzungsgruppen (Kinder und Jugendliche, Menschen mit Mobilitätseinschränkungen).

Die einzelnen Foliensätze haben einen Umfang von 15-25 Folien. Jeder Foliensatz enthält weiterführende Literatur zum Thema. Den einzelnen thematischen Modulen sind Beispiel-Module zugeordnet, die die Berücksichtigung der Genderbelange anhand praktischer Beispiele verdeutlichen.

Der Foliensatz „Genderbelange im Verkehrswesen“ ist vom AK 1.1.1 "Gender und Mobilität" (Leitung: Juliane Krause) erarbeitet worden.

Thematische Module

 

Beispiel-Module

 

Nach Fertigstellung des gesamten Foliensatzes ist vorgesehen, diesen als CD-ROM zu veröffentlichen.

In den nächsten 5 Jahren geplante Bearbeitung/Überarbeitung von Regelwerken/Wissensdokumenten

Forschungsbedarf

Weitere Aktivitäten

Der Arbeitsausschuss war und ist an den Arbeitskreisen "Harmonisierung von Bewertungsverfahren" (AK 1.4.2) und "Barrierefreie Verkehrsanlagen" (AK 2.5.3) beteiligt. Hinzu wird die Mitwirkung am geplanten Arbeitskreis "Beteiligungsverfahren in der Verkehrsplanung" (AA 1.7) kommen.

Der Arbeitskreis "Gender und Mobilität" (AK 1.1.1) begleitet die Arbeitskreise, andere Arbeitsgruppen und Arbeitsausschüsse unter dem Gesichtspunkt der Berücksichtigung von Genderbelangen.

Ergänzend zu den Hinweisen und Arbeitspapieren veröffentlichen die Arbeitskreise Kernaussagen als Aufsätze in Fachzeitschriften und bereiten diese in Präsentationen (ppt) als Lehr- und Informationsmaterial für Interessentinnen und Interessenten an Hochschulen und in der Planungspraxis auf.

Zu den „Hinweisen zur Anwendung von Qualitätsmanagement in kommunalen Verkehrsplanungsprozessen“ (FGSV-Nr. 149) finden Sie Initiates file download hier eine Präsentation für den Einsatz in der Lehre.

Der Arbeitsausschuss plant die jährliche Durchführung von Workshops, in denen die Ergebnisse der Arbeitskreise über den Arbeitsausschuss hinaus zur Diskussion gestellt werden. Am 18. Juni 2007 fand ein Workshop zum Thema "Raum und Verkehr" auf Basis der Arbeitskreise „Regionale Siedlungs- und Verkehrskonzepte“ und "Städtebauliche und verkehrliche Wirkungen von Verkehrsknoten" in Frankfurt am Main statt.

Am 9. Juni 2008 fand in Bonn der Workshop "Qualitätsmanagement und Evaluationsverfahren in der Verkehrsplanung" statt, bei dem die Ergebnisse des AK 1.1.4 "Qualitätsmanagement in Verkehrsplanungsprozessen" und des AK 1.1.5 "Prozesse zur Evaluation von verkehrlichen Maßnahmen" zur Diskussion gestellt wurden.

Am 8. Juni 2010 fand der Workshop "Beitrag der Verkehrsplanung zum Klimaschutz" an der Fachhochschule Erfurt statt.

Am 20. Juni 2012 fand im Deutschen Museum in München der Workshop "Beteiligung und Kooperation in der Verkehrsplanung" statt. Die Hinweise zur Nahmobilität wurden am 4. Juni 2014 in Darmstadt beim Workshop "Nahmobilität bewegt" vorgestellt.

Update: 05/05/2017