1.3.3 Rechnergestützte Verfahren zur Ermittlung und Bewertung von Verbindungsqualitäten

Datum der Konstituierung

11.3.2009

Leitung

Dipl.-Ing. Andreas Demny

Problem / Ziel

Die Richtlinien für integrierte Netzgestaltung (RIN) behandeln die Gestaltung des Verkehrsangebotes auf der konzeptionellen Ebene und stellen mit dem zugrunde liegenden Ansatz eine methodische Planungshilfe für die integrierte Verkehrsplanung dar. Neben der funktionalen Gliederung des Verkehrsnetzes und der Ableitung von Qualitätsvorgaben zur Gestaltung von Verkehrsnetzen, Netzelementen und Verknüpfungspunkten umfassen die RIN ein Verfahren zur Bewertung der verbindungsbezogenen Angebotsqualität. Dieses Verfahren ist nach den RIN immer dann anzuwenden, wenn die Verbindungsqualität des vorhandenen oder eines geplanten Angebotes im Rahmen einer Maßnahmenuntersuchung bewertet werden soll.

Die Vorgehensweise zur Ermittlung und Bewertung der verbindungsbezogenen Angebotsqualitäten ist in den RIN vorgegeben. Die Bewertung der Angebotsqualität erfolgt auf der Grundlage von vorgegebenen Kriterien und zugehörigen Kenngrößen, wobei in jedem Einzelfall eine Auswahl der geeigneten Kenngrößen zu erfolgen hat. Die relevanten Kenngrößen werden für jede Verbindung differenziert nach einzelnen Verkehrssystemen oder Kombinationen von Verkehrssystemen ermittelt. Die abschließende Bewertung erfolgt dann durch eine Gegenüberstellung der berechneten Kenngrößen mit Anhaltsgrößen, die in den RIN vorgegeben werden.

Im Anhang der RIN finden sich Hinweise zur Ermittlung und Bewertung der Angebotsqualität. Diese verweisen darauf, dass aufgrund der in der Regel großen Anzahl von zu betrachtenden Verbindungen eine rechnergestützte Ermittlung der Kenngrößen sinnvoll ist. Dabei wird insbesondere der Einsatz von Verfahren zur Routensuche empfohlen. Als geeignet werden neben besonderen Verkehrsplanungsprogrammen mit integrierter Umlegung auch Routenplanungssysteme oder Fahrgastinformationssysteme angesehen.

Offen bleiben in den RIN einschließlich der Anhänge allerdings die Fragen, für welche Aufgabenstellung sich welche Verfahren oder Methoden am besten eignen und welche Anforderungen an die Quantität und Qualität der Eingabe- und Ausgabegrößen gestellt werden müssen. Ziel des Arbeitskreises ist es, Hinweise zu erarbeiten, die eine entsprechend dem zu bewertenden Verkehrsteilnetz zielgerichtete Auswahl von geeigneten rechnergestützten Verfahren und Methoden zur Ermittlung der Kenngrößen ermöglicht, die gleichzeitig den Arbeitsaufwand minimieren und eine – noch zu definierende – Mindestqualität der Berechnungsgrößen garantiert. Hierzu sind durch den Arbeitskreis Analysen von vorhandenen rechnergestützten Verfahren und der Qualität der Berechnungsgrößen dieser Verfahren unter Berücksichtigung verschiedener Quantitäten und Qualitäten von Eingangsgrößen vorzunehmen.

Das geplante Hinweispapier zu den Anforderungen an rechnergestützte Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der Verbindungsqualität und ihrer Eingabedaten soll insbesondere den in der Netzplanung und -gestaltung Verantwortlichen (Bund, Land, Kommunen, Planungsbüros) eine Richtschnur geben, welche rechnergestützten Verfahren zur Ermittlung und Bewertung von Verkehrsnetzen hinsichtlich des Arbeitsaufwandes und der Qualität der Ergebnisse anzuwenden und welche Mindestanforderungen an die Eingangsgrößen zu berücksichtigen sind.

Angestrebtes Ergebnis

Erstellung eines Hinweispapiers zu den Anforderungen an rechnergestützte Verfahren zur Ermittlung und Bewertung der Verbindungsqualität und ihrer Eingabedaten (2014)

Update: 28/07/2016