7.02 Performance Asphalt

Leitung

Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. tec Michael P. Wistuba

Auftrag / Aufgaben

Unter Performance versteht man das Gebrauchsverhalten von Asphalt, das anhand bestimmter Eigenschaften beschrieben wird (unter anderem Steifigkeit, Verformungswiderstand, Ermüdungswiderstand, Widerstand gegen Kälterissbildung und Dauerhaftigkeit).

In den europäischen Normengremien wird seit längerem intensiv diskutiert, inwieweit und in welcher Weise Performance-Anforderungen in allen Asphaltmischgut-(Anforderungs-) Normen eingeführt werden können. Auch in Deutschland können und werden mit dem Erscheinen und der Bekanntgabe der RDO Asphalt Performance-Eigenschaften wie Steifigkeit und Ermüdungswiderstand praktisch angewendet.

Es ist erklärter Wille der europäischen Kommission, auch bei den Asphaltnormen in absehbarer Zeit nur noch Performance-Anforderungen zuzulassen. In der sog. zweiten europäischen Normengeneration (verabschiedet 2014/15) wurden dazu Performance-Anforderungen den bisherigen empirischen Anforderungen gleichgestellt (und damit deren Anwendung vereinfacht), um den Widerstand gegen Kälterissbildung erweitert und neben AC auch für SMA und PA eingeführt. Dabei ist es gelungen – auch durch Unterstützung dieser ad hoc Gruppe – das deutsche Verfahren mit dem dynamischen Spaltzugschwellversuch im Teil 1 der EN 13108 für die Bestimmung der Steifigkeit und des Ermüdungsverhaltens zu verankern.

In einigen europäischen Nachbarländern wird bereits mit Performance-Kriterien gearbeitet, teilweise parallel zu den bisherigen empirisch basierten Anforderungen und ohne Berücksichtigung bei der Dimensionierung des Asphaltoberbaus (z.B. Österreich), teilweise ausschließlich und mit gleichzeitiger rechnerischer Dimensionierung (z.B. Niederlande).

Wenn auch die erste Überarbeitung der europäischen Asphaltnormen gerade abgeschlossen wurde bleibt das Thema mittelfristig auf der europäischen Tagesordnung. Eine umfassende und abgestimmte Meinungsbildung hierzu kann in der FGSV weder in den einzelnen Arbeitsausschüssen der Arbeitsgruppe 7 noch in den Spiegelgremien der europäischen Normengremien alleine erfolgen.

In Deutschland bedingt die RDO Asphalt den Umgang mit den Performance-Eigenschaften Steifigkeit, Ermüdungs- und Verformungswiderstand sowie Widerstand gegen Kälterissbildung. Der Arbeitskreis „Performance basierte Vertragsbedingungen“ erarbeitet den bauvertraglichen Umgang mit diesen – für das Vertragswesen neuen – Größen bei Dimensionierung mit der RDO Asphalt. Auch hier ist eine Querverbindung und Abstimmung herzustellen, wobei zu beachten ist, dass die europäische Normung alleine das Asphaltmischgut auf dem Lieferfahrzeug betrachtet, nicht die Eigenschaften der fertigen Asphaltschicht.

Darüber hinaus steckt „Performance Asphalt“ in Deutschland aber noch in den Kinderschuhen, es bedarf weiterer Anstrengungen und vor allem eines ständigen „Anschiebens“ um das Thema weiter voran zu bringen um das gegenüber dem empirischen Ansatz weiterführende und innovative Potential dieses Ansatzes nutzen zu können

 

Die ahG 7.02 soll

·     weiterhin die europäische Normung und ihre Umsetzung in Sachen Performance in Deutschland begleiten, d.h. im Einzelnen:

    • die europäische Herangehensweise zu Performance-Prüfungen und -Anforderungen in den Kontext des deutschen nationalen Vertragswesens stellen,
    • umgekehrt und Ausschuss übergreifend Vorgaben für die Spiegelausschüsse und die deutschen Delegationen der entsprechenden europäischen Normengremien erarbeiten,
    • sicherstellen, dass die in Deutschland angewendeten Performance-Prüfungen (u.a. zur rechnerischen Dimensionierung des Oberbaus) weiterhin in den europäischen Prüf- und Anforderungsnormen enthalten sind und
    • in Deutschland erarbeitete Neuerungen / Verbesserungen dort Eingang finden,
    • durch Beobachtung und Kompilierung der europäischen Diskussionen in nationalen Gremien aufzeigen, in welche Richtung sich die europäischen Vorgaben voraussichtlich bewegen werden, sowie
    • durch Information und Abstimmung der verschiedenen betroffenen Ausschüsse in den Arbeitsgruppen 7 und 4 die nationalen Entwicklungen begleiten und koordinieren.
       
  • durch Koordinierung und Information die Erarbeitung von performance-basierten Vertragsbedingungen bei Dimensionierung mit der RDO Asphalt begleiten sowie
     
  • den Performance-Ansatz in Deutschland generell nach vorne bringen. Dazu gehört:
    • die Koordinierung der Erarbeitung eines nationalen Performance basierten bauvertraglichen Regelwerkes, einerseits mit den europäischen Performance-Normen für („nur“) das Asphaltmischgut, andererseits mit den Aspekten der RDO Asphalt,
    • Förderung des Performance-Ansatzes auch außerhalb der RDO Asphalt (Erfahrungssammlungen, Pilotprojekte),
    • Initiierung und Begleitung der Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Performance- und dimensionierungsrelevanten Prüfverfahren (gemeinsam mit den zuständigen Ausschüssen der AG 4 und AG 7),
    • Initiierung und Begleitung von Forschungsvorhaben (gemeinsam mit den zuständigen Ausschüssen der AG 4 und AG 7),
    • Information und Koordination der verschiedenen Ausschüsse in den Arbeitsgruppen 7 und 4.

Bestand an Regelwerken und Wissensdokumenten

Laufende Forschung

Vom Arbeitsausschuss betreute FE-Projekte

  • 84.106 Performance-orientierte Asphaltspezifikation - Entwicklung eines praxisgerechten Prüfverfahrens zur Ansprache des Verformungswiderstandes  (Schlussbericht liegt der BASt vor)

  •  7.253 Repräsentative Ermittlung der performance-relevanten Asphalteigenschaften als Grundlage neuer Vertragsbedingungen (Schlussbericht im März 2015)

     

     

Weitere für den Arbeitsausschuss relevante FE-Projekte

Aktivitäten

Laufende Bearbeitung / Überarbeitung von Regelwerken / Wissensdokumenten

In den nächsten 5 Jahren geplante Bearbeitung/Überarbeitung von Regelwerken/Wissensdokumenten

Forschungsbedarf

Weitere Aktivitäten

  •  Formulierung der deutschen Interessen in Bezug auf die Performance-Prüfungen und –Anforderungen in den europäischen Normen für Asphalt.
  • Koordinierung der deutschen Bearbeitung der Performance-Teile in den europäischen Normen für Asphalt einschl. der (späteren) vertraglichen Einbindung in das nationale Regelwerk.
  • Förderung des Performance-Ansatzes im Rahmen der RDO Asphalt und außerhalb.
  • Information und Koordination der verschiedenen Ausschüsse in den Arbeitsgruppen 7 und 4 sowie der deutschen Spiegelausschüsse.
  • Initiierung und Begleitung von Forschungsarbeiten zusammen mit den zuständigen Ausschüssen in den Arbeitsgruppen 7 und 4.
  •  Forschungs-Information und –Koordination mit Nicht-FGSV-Forschungsvorhaben (z.B. DFG).
  • Begleitung der Vorhaben zur Kalibrierung und Qualifizierung für dynamische Prüfverfahren („Führerschein“).
  • Publikation nationaler (d.h. deutscher) Sichtweisen hinsichtlich der Performance-Prüfungen und –Anforderungen der europäischen Normen für Asphaltmischgut  in internationalen Fachmedien.
  • Förderung
  • Publikation der Thematik und der Fortgänge in nationalen Fachmedien (zur Information der breiten Fachwelt).
  • Anregung von Forschung und Erfahrungssammlungen.

 

Weitere Schritte

  • Spiegeltätigkeit für CEN TC 227/WG 1/TG 3 in Abstimmung mit AA 7.3.
  • Einbringen der in Deutschland angewendeten Performance-Prüfverfahren in die europäischen Normen.
  • Anregung und Begleitung von Erfahrungssammlungen für die identifizierten Performance-Prüfverfahren.
  • Begleitung und Koordinierung der verschiedenen Ausschüsse und Arbeitskreise betreffend Performance-Prüfungen und –Prüfverfahren.
  • Begleitung und Koordinierung der verschiedenen Ausschüsse und Arbeitskreise betreffend Performance-Anforderungen und dem vertraglichen Umgang mit Diesen.
  • Diskussion und Bewertung der europäischen (Diskussion der) Herangehensweise zu Performance in den Asphaltmischgutnormen und daraus
  • Erarbeitung von Strategien und Diskussionshilfen sowie
  • Ergebnisbewertung einschl. der Bewertung der vertraglichen Auswirkungen.

 

Update: 26/06/2018