2.9.6 Landschaftspflegerische Kompensationsmaßnahmen

Datum der Konstituierung

27.5.2010

Leitung

Dipl.-Geogr. Jörg Borkenhagen

Problem / Ziel

Die Straßenbauverwaltung hat seit Jahrzehnten Erfahrung mit landschaftspflegerischen Maßnahmen, die zur Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft hergestellt und gepflegt werden. Trotz dieser langjährigen Erfahrung zeigt sich, dass es bei Planung, Umsetzung und Unterhaltung der Kompensationsmaßnahmen Verbesserungs- und Effektivierungsmöglichkeiten gibt (vgl. z. B. Veröffentlichungen von Schwoon und Tischew et al.).
 
Auch aufgrund der neuen artenschutzrechtlichen Vorschriften und vergleichbarer Anforderungen aus dem Gebietsschutz bei Natura-2000-Gebieten sind landschaftspflegerische Maßnahmen erforderlich, die aber strengeren fachlichen und zeitlichen Restriktionen unterliegen, ohne deren rechtzeitige Erfüllung das Projekt nicht realisiert werden darf. Mängel in der Planung oder in der Bauausführung können zudem Haftungsansprüche nach dem Umweltschadensgesetz nach sich ziehen.
 
Die stetig anwachsende Flächenkulisse landschaftspflegerischer Maßnahmen sowie Ökokonten, Flächenpools, Entschneidungs- und produktionsintegrierte Maßnahmen stellen neue Herausforderungen an die Planung, Herrichtung, Pflege und Organisation von landschaftspflegerischen Maßnahmen dar.

Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie landschaftspflegerische Maßnahmen im Straßenbau so konzipiert und organisiert werden können, dass insbesondere angesichts zunehmender Widerstände seitens der Landwirtschaft und der Umweltverbände eine zügige Projektabwicklung, ein Höchstmaß an Planungssicherheit und an Effizienz erreicht und gleichzeitig eine nachhaltige ökologische Wirkung der Maßnahmen sichergestellt werden kann.
 
Diese Aufgabe ist vielschichtig. Sie umfasst fachliche, rechtliche, organisatorische und haushaltstechnische Aspekte, wobei mehrere Fachdisziplinen und Handlungsebenen beteiligt sind. Die Hinweise zur Wirksamkeit landschaftspflegerischer Maßnahmen (H LPM) wurde 2013 veröffentlicht. Sie setzten keine neuen Standards, sondern zeigen verschiedene Möglichkeiten der Problemlösung an Hand von Beispielen guter fachlicher Praxis auf unterstützt durch eine Sammlung gelungener Beispiele zu Planung, Herrichtung, Pflege und Bewirtschaftung, Dokumentation, Monitoring und Öffentlichkeitsarbeit. Grundlage für die Hinweise sind u. a. die derzeit tw. in Aufstellung befindlichen Regelwerke RLBP und ELA und die darin enthaltenen generellen Vorgaben zur naturschutzrechtlichen Kompensation.

Der Arbeitskreis hat ein Forschungsvorhaben angeregt, das insbesondere das Thema Öffentlichkeitsarbeit zu landschaftspflegerischen Maßnahmen vertiefen und Kriterien zur Bewertung von deren Erfolg und Effizienz liefern soll. Nach Abschluss der Forschungsarbeit sollen die H LPM entsprechend fortgeschrieben werden.

Angestrebtes Ergebnis

Überarbeitung / Ergänzung der H LPM erschienen 2013

Aktivitäten

Update: 22/06/2018