2.2 Landstraßen

Leitung

Dr-Ing. Thomas Räder-Großmann

Bestand an Regelwerken und Wissensdokumenten

  • Merkblatt für die Anlage von Kreisverkehren – (2006) – 242
  • Hinweise zur Visualisierung von Entwürfen für außerörtliche Straßen (H ViSt) – (2008) – 262
  • Richtlinien für die Anlage von Landstraßen (RAL) – (2013) – 201
  • Arbeitspapier Turbokreisverkehre – (2015) – 242/1

Auftrag / Aufgaben

Der Ausschuss befasst sich mit allen Fragen des Entwurfs von Landstraßen. Dazu gehören: generelle Grundsätze der Planung und des Entwurfs, die Methoden und Arbeitsschritte beim stufenweisen Planungsprozess, die Entwicklung geeigneter Varianten bei Abwägung der Ziele Verkehrssicherheit, Verkehrsqualität, Umweltverträglichkeit und Baulastträgerkosten sowie die Festsetzung von Regeln für eine sichere und leistungsfähige Ausbildung von Querschnitten, für die Optimierung der Linienführung im Lage- und Höhenplan und für eine zweckmäßige Wahl und Ausbildung der Knotenpunkte.

Grundlage für diese Arbeiten sind die vom Ausschuss erarbeiteten neuen "Richtlinien für die Anlage von Landstraßen" (RAL), die vom BMVBS mit ARS 09/2013 bekannt gegeben worden sind.

Den neuen RAL 2012 liegt ein weitgehend verändertes Entwurfprinzip zugrunde, bei welchem durch die Orientierung der entwurfstechnischen Regelungen an vier Entwurfsklassen für Landstraßen (EKL) künftig vier grundlegend verschiedene Landstraßentypen angestrebt werden. Diese Landstraßentypen sollen sich erkennbar voneinander unterscheiden. Ihr Erscheinungsbild soll dem Fahrer einen Hinweis auf die Netzfunktion vermitteln und ihm das Befahren mit einer angemessenen Geschwindigkeit nahe legen. 

Der Ausschuss behandelt Fragen, die sowohl den Neubau als auch den Um- und Ausbau vorhandener Straßen betreffen. Er befasst sich zudem damit, Sicherheitsdefizite im bestehenden Netz aufzuzeigen und diese durch stufenweise Verbesserungsmaßnahmen zu beheben.

Die Aufgabenerledigung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Straßenwesen und den Straßenbauverwaltungen der Länder.

Das neue Entwurfsprinzip der RAL berücksichtigt nicht nur fahrdynamische Anforderungen, sondern bezieht stärker als in der Vergangenheit psychologische Aspekte beim Erkennen und Begreifen des Fahrraumes ein. Dazu werden auch die verbesserten Techniken für eine dv-gestützte Visualisierung von Straßenräumen im Rahmen der Planung genutzt.

Laufende Forschung

Vom Arbeitsausschuss betreute FE-Projekte

  • 2.336 Aktualisierung des Überholmodells
  • 2.337 Führung des Radverkehrs an Landstraßen
  • 2.342 Anpassung des bestehenden Straßennetzes an das Entwurfskonzept der standardisierten Straßen - Pilotprojekt zur Anwendung des M EKLBEST
  • 2.373 Einsatzkriterien und Gestaltungshinweise für außerörtliche Einmündungen und Kreuzungen

Weitere für den Arbeitsausschuss relevante FE-Projekte

  • 3.421 Überprüfung der Verkehrssicherheit für das Linksabbiegen bei unterschiedlichen Formen der Signalisierung
  • 16.012/09 Bewertung der Sicherheitsbelange der Straßeninfrastruktur

Aktivitäten

Laufende Bearbeitung / Überarbeitung von Regelwerken / Wissensdokumenten

Das neue Entwurfsprinzip standardisierter Straßen wird die beabsichtigte Wirkung erst dann voll entfalten, wenn es flächenhaft im Netz der bestehenden Straßen zur Anwendung kommt. Dieser Prozess wird sich über einen längeren Zeitraum erstrecken. Das schrittweise Vorgehen muss auf die vielfältigen Randbedingungen im Bestandsnetz Rücksicht nehmen. Hierfür sind Strategien zu entwickeln, welche Entwurfsregelungen der neuen Entwurfsrichtlinien RAL 2012 bei Zwangsbedingungen mit welchen Prioritäten zu verfolgen sind, wenn man dem für neue Straßen entwickelten Prinzip nahe kommen möchte. Um den Straßenbauverwaltungen ein solches Anpassungskonzept an die Hand zu geben, wird im AK 2.2.2 ein "Merkblatt für die Übertragung des Prinzips der Entwurfsklassen nach den RAL auf bestehende Straßen" (M EKLBEST) erarbeitet.

Im Bereich der Landstraßen kommen vermehrt Kreisverkehre zur Anwendung, deren Kapazität durch mehrstreifige Verkehrsführung bei weiterhin hoher Verkehrssicherheit gesteigert werden soll. Diese Forderung bedingt verschiedene markierungstechnische oder bauliche Besonderheiten zur Führung der Verkehrsströme. Einige dieser Lösung firmieren unter der Bezeichnung "Turbokreisverkehr". Der AK 2.2.4 trägt zur Zeit in "Hinweisen zu Turbokreisverkehren" die bisherigen Erfahrungen mit diesem vor allem in den Niederlanden verbreiteten Typ zusammen und erarbeitet entwurfstechnische Grundlagen für eine einheitliche sichere Ausbildung.

In den nächsten 5 Jahren geplante Bearbeitung/Überarbeitung von Regelwerken/Wissensdokumenten

Das neue Entwurfsprinzip, durch eine sich stärker als bisher an der Netzfunktion orientierende standardisierte Ausbildung von Landstraßen auf eine angemessene Fahrweise hinzuwirken und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen, bedingt bei den Planern einen erheblichen Umdenkprozess. Dieser erfordert eine breit angelegte Schulung der Straßenbauverwaltungen und der Ingenieurbüros. Eine solche Aufgabe wird im Wesentlichen durch die VSVI geleistet. Die Mitglieder des AA 2.2 wirken dabei durch zahlreiche Vorträge in VSVI-Seminaren mit.

 

Weitere Aktivitäten

Das in den neuen RAL 2012 verankerte Entwurfsprinzip funktionsgerecht standardisierter Landstraßen wird seit einiger Zeit auch in anderen europäischen Staaten verfolgt. Im Hinblick auf die Zunahme des grenzüberschreitenden Verkehrs sind diesbezügliche Erfahrungen auszutauschen, ggf. sind unterschiedliche Ansätze im Rahmen europäischer Forschungsprojekte zu harmonisieren. In diesem Sinne laufen derzeit bereits enge Kooperationen, insbesondere mit den Niederlanden, Dänemark, Österreich und der Schweiz.

 

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit war es dringlich, auch die RAL 2012 in die englische Sprache zu übersetzen. Der AA 2.2 ist dabei unterstützend tätig geworden.

 

Update: 03/05/2018