2.4.1 Schnittstellen von ÖV, Rad- und Fußgängerverkehr

Datum der Konstituierung

04.11.2015

Leitung

Dr.-Ing. Volker Deutsch

Problem / Ziel

In den letzten Jahren konnte eine stetige Zunahme des Radverkehrs festgestellt werden. In städtischen Räumen wird dieser Trend im Rahmen einer integrierten Verkehrsplanung mit dem Rückgrat ÖPNV weiter gefördert. Dabei ergeben sich zahlreiche Schnittstellen zwischen Radverkehr und ÖPNV im öffentlichen Verkehrsraum, die aufgrund mangelnder Flächenverfügbarkeit in der praktischen Anwendung häufig nicht ohne potentielle Konfliktsituationen gelöst werden können. Um Unstimmigkeiten und unausgewogenen Lösungen im Vorhinein entgegenzutreten, ist es das Ziel, zunächst eine Materialsammlung über potentielle Konfliktsituationen durchzuführen, um zu erkennen ob bzw. wo Handlungsbedarf im Miteinander von Radverkehr und ÖPNV besteht. Auf diese Weise soll in Form eines "Lastenheftes" entweder der Problemaufriss eines zu erstellenden, querschnittsübergreifenden Wissensdokuments entstehen oder aber Arbeitsaufträge an existierende FGSV-Arbeitsgremien formuliert und delegiert werden.Das Wissensdokument soll folgende Gliederung erhalten:

  1. Einführung
  2. Attraktives ÖV-System und attraktive Fußgänger- und Radverkehrsanlagen - Gegenüberstellung der Rahmenbedingungen, teilweise konträre Anforderungsprofile und daraus resultierende Konflikte
  3. Unfallgeschehen - Statistisches Datenmaterial
  4. Identifikation und Eingrenzung von möglichen Problemfeldern:
    1. Straßenverkehrstechnik/Einflüsse auf den Verkehrsablauf - Zunahme Radverkehr, häufigeres Überholen (Dienstanweisungen als Hilfestellung für das Überholen von Radfahrern bei Bus und Bahn); Schutzstreifen, Mitbenutzen durch Busse; Verlängerung von Grünzeiten für den Fußgängerverkehr und nichtbenutzungspflichtige Radwege: Auswirkungen auf die ÖV-Leistungsfähigkeit an LSA-Knoten infolge angepasster Zwischenzeiten; Überprüfung/Entwurf und Anpassung der Bevorrechtigungssteuerungen für den ÖPNV (Busse und Bahnen); Mitbenutzung von Bussonderfahrstreifen
    2. Straßenentwurf: Haltestellenanlagen und Fußgänger- und Radverkehr, beispielsweise mit angehobenem Radfahrerkap
    3. Verkehrsplanung - Radwegeplanung und ÖV-Linienführung
  5. Grundsatzüberlegungen bei Priorisierungskonflikten - zum Beispiel Aufeinandertreffen von Radschnellweg und Stadtbahn
  6. Gegenüberstellung von Entwurfsmaßen in den Regelwerken und von maßgebenden Paragraphen der StVO und der VwV-StVO
  7. Best-Practice-Beispiele

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Arbeitskreises kommen aus den Bereichen folgender Gremien: AA 1.5 (Planung und Betrieb des ÖPNV, AA 2.3 (Stadtstraßen), AA 2.4 (Anlagen des öffentlichen Verkehrs), AA 2.5 (Anlagen des Fußgänger- und Radverkehrs), AK 2.5.1 (Radverkehr), ad-hoc-Gruppe 2.5.01 (Fußgänger und Radfahrer auf gemeinsamen Flächen), AK 3.3.6 Aktuelle Fragen zur Lichtsignalsteuerung, VDV-Unterausschuss "Operatives Verkehrsmanagement".Potenzielle Nutzer des Wissensdokuments sind relevante Gremien der FGSV sowie Planerinnen und Planer in Verwaltung und Ingenieurbüros. 

Angestrebtes Ergebnis

Es wird ein Wissensdokument (Hinweise W 1) als aufbereitete Grundlage zur weiteren Diskussion angestrebt.

Update: 28/02/2018