3.02.02 Lichtimmissionen

Datum der Konstituierung

03.06.2019

Leiter

LRDir. Dipl.-Phys. Dirk Heuzeroth

Problem / Ziel

Stationäre künstliche Beleuchtung ist ein Teil der Straßeninfrastruktur und dient im Zusammenspiel mit der fahrzeugeigenen Beleuchtung der Verkehrssicherheit bei Dämmerung und Dunkelheit und ermöglicht nicht zuletzt die Mobilität, welche eine wichtige Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, Beschäftigung, Wohlstand und Lebensqualität ist. Die starke Zunahme an künstlicher Beleuchtung sowie der technische Fortschritt in der Lichttechnik (z. B. LED- und Laserlicht) haben jedoch viele Nachtlandschaften grundlegend verändert.

Dies hat zum Teil gravierende Folgen für den Mensch und die Umwelt. Der natürliche Tag-Nacht-Rhythmus hat den Menschen seit seiner Existenz auf der sozialen und genetischen Ebene geprägt. Der sogenannte "zirkadiane Rhythmus" steuert wichtige evolutionsbedingte physiologische und biochemische Prozesse. Doch nicht nur der Mensch wird durch künstliches Licht beeinflusst, viele Tier- und Pflanzenarten reagieren auf einen gestörten Tag-Nacht-Rhythmus. So hat Licht für viele flugfähige Insekten eine attrahierende Wirkung. Weitreichende Folgen hat die künstliche Beleuchtung auch auf z. B. Vögel, Fledermäuse und Fische. Daher gehören Lichtimmissionen nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz zu den schädlichen Umwelteinwirkungen, wenn sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen herbeizuführen.

Ziel ist es daher, die Verkehrssicherheitswirkung von Beleuchtung zu analysieren und einzuordnen, um dann mögliche Minderungsmaßnahmen mit den Anforderungen der Verkehrssicherheit in Einklang zu bringen. Mit den zu formulierenden Hinweisen zur Bewertung und Minderung von straßenverkehrsbedingten Lichtimmissionen soll letztlich hinsichtlich der Lichtimmissionen ein anerkannter Stand des Wissens und resultierend auch Planungssicherheit erreicht werden.

Angesprochen sollen von dem Wissensdokument vor allem die Vorhabenträger und Planfeststellungsbehörden der Straßenbauverwaltungen des Bundes und der Länder sowie Planungsbüros und themenassoziierte Verbände sein.

Grobe Gliederung des Wissensdokuments

  • Einführung
  • Rechtliche Grundlagen
  • Lichtwirkung auf Mensch und Umwelt
  • Anforderungen an die Beleuchtung
  • Messung und Bewertung von Lichtimmissionen Maßnahmen zur Minderung von Lichtimmissionen
  • Literatur und Quellen

Angestrebtes Ergebnis

In einem W 2-Wissensdokument (Arbeitspapier) sollen zunächst die an verschiedenen Stellen vorhandenen Kenntnisse zum Thema Lichtimmissionen zusammengetragen und davon ausgehend weiterer Forschungsbedarf abgeleitet werden, der zu konsolidierten Erkenntnissen zur Bewertung und Minderung von straßenverkehrsbedingten Lichtimmissionen führen soll. Diese sollen im angestrebten W 1-Wissensdokument (Hinweise) umgesetzt und verfügbar werden.

Arbeitspapier (W 2) – 2020
Hinweise (W 1) – 2022

Update: 05/07/2019