1.2.8 Multi- und Intermodalität

Datum der Konstituierung

23.2.2015

Leitung

Dr.-Ing. Martin Kagerbauer

Problem / Ziel

Da Bedarf an der Bearbeitung der Thematik "Multi- und Intermodalität" gleichermaßen von den FGSV-Arbeitsausschüssen 1.1 "Grundsatzfragen der Verkehrsplanung", 1.2 "Erhebung und Prognose des Verkehrs", 1.5 "Planung und Betrieb des ÖPNV" und 1.6 "Organisation und Finanzierung des ÖPNV" gesehen wird, handelt es sich hier um einen gemeinsamen Arbeitskreis.
 

Das Verkehrsverhalten der Personen in Deutschland wird zunehmend variabler. Dabei spielt sowohl das sich verändernde Verkehrsangebot als auch die veränderte Nachfrage eine Rolle. Die Angebote zu multi- und intermodaler Mobilität nehmen stetig zu und sind sehr heterogen und volatil. Gerade im Bereich der "Mobility Services" sind derzeit sowohl OEM (z. B. Mitfahrzentrale, Park@Home, DriveNow, Car-2-Go) und Großunternehmen (z. B. QUIXXIT, ADAC-Postbus, Call-a-Bike) als auch KMU (z. B. Stadtmobil, nextbike, UBER) und Startups im Markt tätig. Diese Angebote verändern sich laufend und haben gemeinsam, dass die multi- und intermodale Mobilität zunimmt. Aus Erhebungen stellen wir fest, dass die Multimodalität (Nutzung von mehreren Verkehrsmitteln auf unterschiedlichen Wegen über einen längeren Zeitraum) über alle Altersgruppen steigt.
 

Durch die zunehmende Verbreitung von Mobilitätsinformationen und -dienstleistungen (u. a. Apps) sowie Sharing-Angeboten wird nicht nur das multimodale Verkehrsverhalten gefördert, sondern auch die Intermodalität (die Nutzung verschiedener Verkehrsmittel innerhalb eines Weges) gestärkt. Durch Carsharing- und Bikesharing-Angebote rückt das intermodale Verkehrsverhalten mehr und mehr in den Fokus der städtischen Mobilität. Nicht zuletzt durch die Elektromobilität, die in gewissen Teilen nur erfolgreich sein kann, wenn sich das Verkehrsverhalten den sich ändernden Rahmenbedingungen anpasst, wird die intermodale und multimodale Mobilität zunehmend wichtiger. Neben der Nachfrageseite spielt auch die Angebotsseite eine wichtige Rolle: Die zunehmende Integration von Services (hardware- wie softwareseitig: z. B. Car- und Bikesharing, Mitfahrgelegenheiten, Fahrradmitnahme im ÖV, P+R, B+R, Servicecards und Mobilitätsdienstleistungen) in die Mobilitätsbranche wirft für Planerinnen, Planer und Gebietskörperschaften neuartige Fragen auf, die nicht ohne weiteres beantwortet werden können. Die Aufarbeitung der Angebote und Rahmenbedingungen sowie der Darlegung derer Auswirkungen sind wichtige Bestandteile, um die Verkehrsplanung den Rahmenbedingungen anzupassen. Dazu zählen multi- und intermodale Angebote genauso wie die daraus resultierende Verkehrsnachfrage.
 

Allgemeine Aussagen zum Themenfeld Multi- und Intermodalität sind bereits in der Fachliteratur vorhanden. Sie bedürfen lediglich ggf. einer zusammenfassenden Darstellung, in einigen Fällen einer Behandlung aktueller Fragestellungen. Dagegen werden multi- und intermodale Angebote bislang kaum behandelt. Hier besteht erheblicher Handlungsbedarf. Daher sollen in dem zu erstellenden Wissensdokument (Hinweise W 1) neben planerischen, entwurfstechnischen, organisatorischen und betrieblichen Fragen insbesondere die Rollenverteilung zwischen der öffentlichen Hand als klassischem Gestalter des Verkehrssystems und den meist privatwirtschaftlichen Anbietern und Betreibern multi- und intermodaler Angebote dargestellt werden. Methoden zur Erhebung des multi- und intermodalen Verhaltens sind bisher nicht oder nur unzureichend in den Regelwerken enthalten. Diese Lücke soll mit dem zu erstellenden Wissensdokument geschlossen werden.
 

Grobe Gliederung der Hinweise

  1. Definition, Begrifflichkeit, (Intermodalität, Multimodalität, Vernetze Mobilität)
  2. Abgrenzung Angebots- und Nachfrageseite
  3. Angebot
  4. Nachfrage
  5. Methoden
  6. Wirkung
  7. Planung

 

Angestrebtes Ergebnis

Der Arbeitskreis hat sich zum Ziel gesetzt, Hinweise für die praktische Umsetzung und zu den Wirkungen von Maßnahmen im Bereich der Multi- und Intermodalität zu geben und hat die "Hinweise zur Umsetzung und Wirkung von Maßnahmen im Personenverkehr" erstellt. Der Fokus liegt auf der Betrachtung des Personenverkehrs. Die Ergebnisse des Arbeitskreises, der eine Zusammenarbeit der Arbeitsausschüsse 1.1 ("Grundsatzfragen der Verkehrsplanung"), 1.2 ("Erhebung und Prognose des Verkehrs") und 1.6 ("Organisation und Finanzierung des öffentlichen Verkehrs") darstellt, werden in Form von Teilpapieren aufbereitet, die bei Bedarf aktualisiert und ergänzt werden können. Männliche Begriffe schließen die weiblichen mit ein.

Im Rahmen des "Teilpapiers 1: Definitionen" dieses Wissensdokuments (Hinweise) werden Definitionen für die Verkehrs- und Mobilitätsforschung bereitgestellt. Die Begriffe sollen so weit gefasst sein, dass alle Facetten der mit den Begriffen verbundenen Angebote/Dienstleistungen und Verhaltensweisen berücksichtigt sind. Im konkreten Einzelfall müssen diese allgemeingültigen Definitionen genauer spezifiziert werden. An die jeweilige Definition schließt sich eine Erläuterung und falls notwendig die Definition weiterer Begriffe an.

Definitionen sind mit einem blauen Pfeil gekennzeichnet.

Download des Teilpapiers 1 "Definitionen"

Download des Teilpapiers 2 "Erheben, Beschreiben und Erklären"

Update: 22/06/2018