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2.9.1 Artenschutzfachliche Hinweise zur Baufeldfreimachung (H ABf)

Datum der Konstituierung: 28.10.2022

Leitung: Dipl.-Biol. Klaus Albrecht, Dr. Andrea Schleicher

Problem / Ziel

Aus artenschutzrechtlichen Gründen ist es zumeist erforderlich, nicht flugfähige, ortsansässige Tierarten aus zukünftigen Eingriffsbereichen zu entfernen, um baubedingte Tötungen zu vermeiden. Häufig betroffene Tierarten sind Reptilien, wie Schlingnatter, Zaun- und Mauereidechse oder Bilche, wie die Haselmaus. Aber auch für andere Arten wie z. B. Fledermäuse, in Baumhöhlen oder Baukörpern brütende Vogelarten stellt sich oft die Frage, mit welcher Methode Tötungen vermieden werden können, ohne gleichzeitig den Bauablauf erheblich zu beeinträchtigen. Die dafür erforderlichen Methoden sind zumeist sehr aufwändig und kostenintensiv. Gleichzeitig herrscht erhebliche Uneinigkeit unter Experten über die Eignung der verschiedenen Methoden sowie über den erforderlichen Umfang und Zeitrahmen. Daraus resultieren in der Regel erhebliche finanzielle, zeitliche und rechtliche Unsicherheiten für die Umsetzung der geplanten Baumaßnahmen. 

Als erster Schritt wurde im Auftrag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) das Forschungsprojekt FE 02.0407/2016/LGB „Methoden der Baufeldfreimachung in Reptilienhabitaten, Landhabitaten von Amphibien und Habitaten der Haselmaus“ (Schulte 2020) durchgeführt. Auf den Ergebnissen dieses Forschungsvorhabens aufbauend, soll der Arbeitskreis 2.9.1 „Artenschutzfachliche Hinweise zur Baufeldfreimachung (H ABf)“ zunächst für die dort behandelten Tiergruppen einen ersten Praxisleitfaden erarbeiten. Dieser soll eine praxisnahe Entscheidungshilfe bieten, die in einer konkreten Fallkonstellation herangezogen werden kann, um die jeweils geeignete Vermeidungsmaßnahme zu wählen und anschließend die verbleibende artenschutzrechtliche Betroffenheit korrekt einzuschätzen.

Langfristig strebt der Arbeitskreis die Erstellung einer Reihe von einschlägigen Wissensdokumenten an, die zur Übersicht der von der Baufeldfreimachung betroffenen Tier- und Pflanzenarten dient, sowie Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen für alle relevanten Tier- und Pflanzenarten einzelfallspezifisch einschätzt und aufbereitet. Im Anhang der Wissensdokumente sollen als zusammenfassendes Ergebnis zur Praxisanwendung Artsteckbriefe mit Angaben zu Methoden zur Bestandserfassung, zu Fangmethoden sowie zu Methoden der Baufeldfreimachung mit Priorisierung und Einschätzung der Eignung aufgelistet werden, die als Hilfestellung für Planungs- und Ingenieurbüros sowie der Straßenbauverwaltung dienen sollen. Die genannten Vermeidungs- und Schutzmaßnahmen sollen dazu beitragen, so früh wie möglich in den Straßenplanungsprozess integriert und installiert zu werden, bieten aber ebenso die Möglichkeit, im Rahmen der Umweltbaubegleitung (UBB) ad hoc rechtssicher und zielgerichtet zu reagieren. 

Mit der Reihe soll die Rechtssicherheit von Planungen und vor allem von Bauabläufen auf der Basis fachlich anerkannter artspezifischer Maßnahmenbündel zu Vermeidung von naturschutzfachlichen Risiken erhöht werden. Damit können bestehende Unsicherheiten v.a. in Bezug auf Art und Umfang der Methoden sowie auf die erforderlichen Zeiträume und damit erhebliche Risikofaktoren für die Zeit- und Kostenplanung von Straßenbaumaßnahmen beseitigt werden.

Vorläufiger Arbeitsplan mit grobem Zeitrahmen

  • Auftaktveranstaltung (Oktober 2022)
  • Beschreibung der Ausgangslage (2022)
  • Erfassung der Betroffenheit der einzelnen Arten, baubedingtes Tötungs- sowie Planungsrisiko (Mitte 2023)
  • Maßnahmen und ihre Wirksamkeit der entsprechenden Arten (2023 – erste Ausgabe Anfang 2024 mit Fortsetzung der Reihe)
  • Generelle Empfehlungen (2023 - erste Ausgabe 2024 mit Fortsetzung der Reihe)
  • Wissensdokumente zu den von der Baufeldfreimachung betroffenen Tier- und Pflanzenarten incl. Artensteckbriefe und situationsspezifische Beurteilungshilfen (erste Ausgabe Anfang 2024 mit Fortsetzung der Reihe)

Angestrebtes Ergebnis

Reihe von Wissenspapieren (W1) – erste Ausgabe Anfang 2024
Die erste Ausgabe soll Hinweise zu Methoden der Baufeldfreimachung in Reptilienhabitaten, Landhabitaten von Amphibien und Habitaten der Haselmaus enthalten.

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