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3.2.14 Witterungsabhängige Verkehrsbeeinflussung

Datum der Konstituierung: 30.8.2017

Leitung: Dipl.-Ing. Slavica Grosanic

Problem / Ziel

Die Umfelddaten bilden neben den Verkehrsdaten eine wichtige Grundlage für die Verkehrs-beeinflussung im Zuge von Streckenbeeinflussungsanlagen (SBA). Das Themenfeld der Umfelddaten wurde in der Vergangenheit durch den AK 3.2.1 bearbeitet, wobei der Schwerpunkt auf der Beurteilung und Verbesserung der entsprechenden Sensorik lag.

Zur weiteren Verbesserung der Wirksamkeit von Streckenbeeinflussungsanlagen ist es erforderlich, die Effekte von witterungsbedingten Schaltungen, also die entsprechenden Auswirkungen auf Verkehrssicherheit und Verkehrsablauf zu untersuchen und zu optimieren. Es sind zur Zeit keine aktuellen wissenschaftlichen Arbeiten bekannt, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen.

Anhand des verkehrlichen Nutzens von Schaltungen auf Basis der aktuellen Witterungssituation und des Fahrbahnzustandes können Schaltbilder, Situationserkennungsverfahren und Parametrierung von Streckenbeeinflussungsanlagen besser auf die realen Erfordernisse angepasst werden. Idealerweise sollten entsprechende Untersuchungen durch den Vergleich der Auswirkungen von Witterungsereignissen auf den Verkehrsablauf im beeinflussten und unbeeinflussten Bereich erfolgen, wobei der Vergleich möglichst im gleichen Witterungsgebiet erfolgen sollte.

Dabei sind z. B. folgende Fragestellungen zu untersuchen:

  • Wie wirkt sich eine Nässe- oder Nebelschaltung mit 60 km/h bei geringer Verkehrsdichte auf das Geschwindigkeits- und Abstandsverhalten der Verkehrsteilnehmer aus?
  • Wie sind die Auswirkungen bei großer Verkehrsdichte?
  • Wie verhalten sich die Verkehrsteilnehmer im unbeeinflussten Bereich bei Regen, Schnee, Glätte oder Nebel – passen sie hier im gleichen Maß Geschwindigkeit und Abstand an wie innerhalb einer Streckenbeeinflussungsanlage?
  • Welche Wirkungszusammenhänge bestehen zwischen verkehrs- und witterungsabhängigen Programmen? Wie können die Schaltungen derartiger Programme besser aufeinander abgeglichen werden?


Für die Untersuchungen sollte zunächst die bei den Straßenbauverwaltungen der Länder vorhandene Sensorik genutzt werden. Ein großer Nachteil der vorhandenen Sensoren ist jedoch, dass die entsprechenden Umfelddaten rein punktuell erfasst werden, die daraus generierten Schaltungen aber für Streckenabschnitte von ca. 5 bis 6 Kilometern gelten. Zur Verbesserung der Datenbasis und zur Herstellung des Streckenbezugs sollte auch die Verwendbarkeit von Fahrzeugdaten geprüft werden. Denkbar ist z.B. die Übertragung des eingestellten Intervalls der Frontscheibenwischer bzw. die direkte Nutzung der in den Fahrzeugen teilweise vorhandenen Regensensoren. Für die Datenübertragung vom Fahrzeug zur Infrastruktur könnten die im Rahmen des Korridors Wien - Rotterdam entwickelten Protokolle und Technologien genutzt werden.


Der AK „Witterungsbedingte Verkehrsbeeinflussung“ verfolgt daher mehrere Ziele:

  •  Verbesserung der Datenbasis für die Erfassung von Umfelddaten durch Austausch relevanter Daten über Fahrzeug-Infrastruktur-Kommunikation.
  • Analyse der Auswirkungen von witterungsbedingten Schaltungen im Zuge von SBA auf Verkehrssicherheit und Verkehrsablauf und
  • Vergleich mit den Auswirkungen von Witterungsereignissen auf den Verkehr im unbeeinflussten Bereich.
  • Weiterentwicklung der Verfahren zur Situationserkennung, der Programmauswahl, der Schaltbilder und der Parametrierung von SBA auf Basis der Untersuchungsergebnisse


Gesamtziel ist eine weitere, deutliche Verbesserung der Wirksamkeit von SBA durch optimierte Nutzung von Umfelddaten.

Der AK soll durch die nachfolgenden Forschungsprojekte(inhalte) begleitet werden:

  • Die kontinuierliche Auswertung, Analyse und Bewertung der Verkehrs- und Umfelddaten im beeinflussten und unbeeinflussten Bereich sollte durch ein Forschungsvorhaben erfolgen, da diese Arbeit im Rahmen der ehrenamtlichen Tätigkeit eines Arbeitskreises nicht geleistet werden kann.
  • Der AK formuliert die Aufgabenstellung, begleitet das Forschungsvorhaben, berät den Forschungsnehmer und bewertet die Ergebnisse.



Potenzielle Nutzer der Veröffentlichung sollen Betreiber und Planer von Streckenbeeinflussungsanlagen sowie die Liefer- und Bauindustrie sein.

Angestrebtes Ergebnis

Hinweise (W 1) – 2021

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