3.6.1 Empfehlungen für Markierungen für das automatisierte und vernetzte Fahren

Datum der Konstituierung: 08.06.2022

Leitung: Ass. jur. Sebastian Wolf

Problem / Ziel

Während die rechtlichen Voraussetzungen für die Einführung hochautomatisierten Fahrens in Deutschland auf Bundesautobahnen geschaffen wurden (bis Level 3 nach SAE J3016, Level 4 in Vorbereitung), ist bisher weitgehend unbekannt, welche Anforderungen aus dem automatisierten und vernetzten Fahren (AVF) an die Straßeninfrastruktur resultieren. So wird bspw. der Fahrbahnmarkierung auf absehbare Zeit eine hohe Bedeutung für das AVF beigemessen; gleichzeitig fehlen bisher grundlegende Kenntnisse hinsichtlich etwaiger zusätzlicher Anforderungen an deren Qualität und Verfügbarkeit (Bericht zum Stand der Umsetzung der Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren, 2017, siehe BMDV). Angesichts der Veröffentlichung erster Empfehlungen zur Adaption von Markierungen für das AVF im internationalen Raum sowie jüngsten Forschungsaktivitäten der CEN/TC226/WG2 zur Fortschreibung der EN 1436 wächst der Bedarf an einer neutralen und wissenschaftlich fundierten Einordnung der vorliegenden Kenntnisse. Auch sind die technischen Regelwerke der FGSV für Markierungen derzeit ausschließlich am Menschen als Fahrenden ausgerichtet. 

Gestützt auf das laufende FE-Projekt „Analyse von Einflussfaktoren und Kenngrößen für die maschinelle Detektion von Fahrbahnmarkierungen“ (03.0581/2019/ERB) sollen mit den Hinweisen verfügbare Kenntnisse zusammengestellt, konsolidiert und für Straßeninfrastrukturbetreiber anwendbar gemacht werden. Auch sollen Empfehlungen für die Berücksichtigung möglicher Anforderungen aus dem AVF im FGSV-Regelwerk für Fahrbahnmarkierungen (u. a. ZTV M) gegeben werden. Zudem sollen geeignete Maßnahmen für Markierungen zur Unterstützung des AVF unter besonderer Berücksichtigung straßenseitiger Limitationen aufgezeigt werden. Weiterhin soll mit den Hinweisen ein Vorschlag für eine Klassifizierung von Markierungsqualitätsstufen für das AVF unterbreitet werden. Potenzielle Nutzende des Wissensdokuments sollen im Wesentlichen Straßeninfrastrukturbetreibende (u. a. Straßenverkehrsbehörden), der FGSV-AA 3.6 und zugehörige Arbeitskreise und die Automobilindustrie sein.

Grobe Gliederung des Wissensdokuments

  • Überblick zur Interaktion AF–Markierung, Funktionsweise maschinelle Detektion von Markierungen, Stand des Wissens (Stand der Technik und Entwicklung heute + 5 Jahre) 
  • Prüfung möglicher zusätzlicher Qualitätsanforderungen und Maßnahmen für das AVF (bis SAE Level 4, außerorts) unter Berücksichtigung nationaler und europäischer Strategien und Zielsetzungen (s. Roadmaps, etc.) 
  • Status Quo Zustand Markierungen Praxis 
  • geeignete infrastrukturelle Maßnahmen zur Unterstützung des AVF (inkl. Zeitplan) 
  • Klassifizierung von Markierungsqualitätsstufen für verschiedene AVF-use cases 
  • Empfehlungen für die Weiterentwicklung des FGSV-Regelwerks für Markierungen 
  • Bereitstellung von Informationen über Markierungen für das AVF (Digitalisierung, „Digitaler Zwilling“), Beleuchtung straßenseitiger Prozesse und Strukturen, mögliche Einbindung Straßenbehörden/Baulastträger 
  • verbleibende offene Fragen und Forschungsbedarfe

Angestrebtes Ergebnis

Hinweise (W 1) – 2024

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