3.1 Telematik

Leitung: Prof. Dr.-Ing. Michael Ortgiese

Auftrag / Aufgaben

Wesentliche Aufgabeninhalte des AA 3.1 sind:

  • die Betrachtung neuer Technologien, Produkte und Anwendungen im Vorfeld eines allgemeinen, geregelten Einsatzes,
  • die Behandlung verkehrsträgerübergreifender Themen,
  • die Betrachtung der Mobilität von Personen und Gütern,
  • die gleichgewichtige Behandlung von IV-, ÖV- und GV-Themen,
  • eine Schwerpunktbildung bei kooperativer und Vernetzer Verkehrssysteme (aufgrund des hier geringeren Regelungs-, aber hohen Harmonisierungsbedarfes),
  • Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für das automatisierte Fahren.

Diese Inhalte lassen sich funktional wie folgt gliedern:

  • Datenerfassung und -übertragung,
  • System- und Organisationsstrukturen,
  • Unterstützung von Fahrzeugfunktionen,
  • Steuerung des Verkehrsablaufs in Verbindung mit dem Flottenbetrieb,
  • Automatisierung von Fahraufgaben,
  • Innovative Mobilitätskonzepte für automatisierte Fahrzeuge


Die Fragen konzentrieren sich dabei organisatorisch-institutionell auf:

  • die Aufgabendefinition und -abgrenzung beim Einsatz telematischer Systeme 
  • die Kooperation regionaler und überregionaler Systeme
  • Einführungsstrategien vernetzter und kooperativer Verkehrssystem,  ​
  • die Aufgabenteilung zwischen der öffentlichen Hand und privaten Diensten.


Enge Verbindungen bestehen innerhalb der AG 3 zu den Ausschüssen 3.2 (Verkehrsbeeinflussung außerorts), 3.3 (Verkehrsbeeinflussung innerorts) und 3.10 (Theoretische Grundlagen des Straßenverkehrs). Darüber hinaus bestehen vereinzelte Querbezüge zur AG 1, hier insbesondere zu den Ausschüssen 1.1 (Grundsatzfragen der Verkehrsplanung), 1.2 (Erhebung und Prognose des Verkehrs) 1.3 (Netzgestaltung), 1.5 (Planung und Betrieb des öffentlichen Verkehrs), 1.7 (Sonderfragen des Stadtverkehrs) und zum Querschnittsausschuss 3 (Informationstechnik). 

Schwerpunktthemen der nächsten Zeit

Folgende Themenfelder sind für die nächsten Jahre vordringlich:

  1. Basisfunktionalitäten und Technologien 
  2. Automatisierte und vernetzte Verkehrssysteme
  3. Mobility-as-a-Service / Intermodalität
  4. Intermodale Logistikservices
  5. Stakeholder, Betreiber, Organisationsmodelle
  6. Human Factors / User Experience & Wirkungen und Wirkungsanalysen


Dabei sollen Beiträge oder Anstöße geleistet werden:

  • Erarbeitung von strategisch-konzeptionellen Papieren einschließlich Visionen, 
  • kritische Bewertung neuer Ansätze und Technologien, inkl. rechtlicher Aspekte und Fragen der Sicherheit für Anwender/Nutzer und Gesamtsystem, 
  • Potenzialanalysen im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit, Umweltrelevanz und Sicherheit, 
  • Ableitung von Anforderungen an Wirtschaft, Verwaltung und Forschung, 
  • Formulierung von Einführungs- und Implementierungs-Strategien, 
  • Systematisierung/Strukturierung der (inter-)nationalen Telematik-Aktivitäten, 
  • Definition von Aufgaben und (System-)Funktionen innerhalb eines Telematik-Ordnungsrahmens, inkl. Ansätzen und Grenzen zur Standardisierung, 
  • Plattform für Kooperation und Wissenstransfer zwischen Industrie und Wissenschaft, 
  • Marktvorbereitung durch Aufbereitung und Kommunikation an die (Fach-)Öffentlichkeit.

Aktivitäten innerhalb der Themenfelder 
Zur Bearbeitung der o. g. Themenfelder sind zunächst folgende Aktivitäten vorgesehen:

Themenfeld 1: Basisfunktionalitäten und Technologien 

  • Identifizierung der wesentlichen Entwicklungslinien und Player,
  • Systematisierung und Darstellung inkl. Bewertung der Auswirkungen auf das Verkehrssystem und/oder spezifische Services,
  • Ableitung von FGSV-spezifischem Handlungsbedarf, z. Anpassung Regelwerk, neues Regelwerk, Wissensvermittlung/Sensibilisierung.

Themenfeld 2: Automatisierte und vernetzte Verkehrssysteme

  • Klärung der Frage, inwiefern das automatisierte Fahren die Überarbeitung von FGSV-Regelwerken nahelegt bzw. erfordert sind,
  • Anpassungen der Infrastruktur nur sehr langfristig umsetzbar, langer Vorlauf von diesbezüglichen Entscheidungen,
  • Klärung der Frage, welche Anforderungen das automatisierte Fahren an die Infrastrukturausstattung stellt bzw. welche Infrastrukturelemente das automatisierte Fahren erleichtern oder erschweren.
  • Welchen Modal Split streben wir zur Gewährleistung der Mobilität der Zukunft an? 
  • Wie flexibel kann das straßengebundene Verkehrsangebot an dynamisch variable Nachfrage angepasst werden? 

Themenfeld 3: Mobility-as-a-Service / Intermodalität

  • High-Level Struktur des Gesamtsystems,
  • Beschreibung von Einsatzmöglichkeiten und Unterstützung der Wirkungsermittlung mit der Zielsetzung einer stärkeren Berücksichtigung der Systeme in den strategischen Plänen der Verkehrsplanung sowie des Verkehrs- und Mobilitätsmanagements,
  • Entwicklung von Instrumentarien zur akteursübergreifenden Entwicklung von Kooperations- und Geschäftsmodellen,
  • Entwicklung eines neuen Forschungsdesigns, das neben technologischen Fragestellungen viel stärker die zuvor angesprochenen Herausforderungen im Bereich der Systemimplementierung betont. Hierzu ist auch die Bedeutung von Testfeldern (zumeist technisch angelegt) und Reallaboren (betrachten auch den technisch-institutionellen Rahmen) zu stärken.

Themenfeld 4: Intermodale Logistikservices

  • High-Level Struktur des Gesamtsystems,
  • Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs, insbesondere in unseren Städten,
  • Neue Logistikkonzepte für Städte sehen Mikro-Hubs vor, die von größeren Fahrzeugen beliefert werden und die Feinverteilung in den Quartieren über kleinere, zumeist elektrifiziert, Gefäße erfolgt,
  • Innovative elektrifiziert und automatisierte Shuttlesysteme können eine hybride Nutzung Personen-Güter unterstützen,
  • Die Stärkung des Schienengüterverkehrs und somit dringend erforderliche intermodaler Transporte ist weiter voranzutreiben.

Themenfeld 5: Stakeholder, Betreiber, Organisationsmodell

  • Definition eines generischen Rollenmodells inkl. Glossar für innovative Mobilitätsdienste,
  • Analyse von Best Practice Umsetzungen in der Praxis: Urban & Interurban,
  • Spiegelung der Best Practice Beispiele am generischen Rollenmodell,
  • Handlungsempfehlungen zur Umsetzung des generischen Rollenmodells in die praktische Anwendung für mind. 2 Dienste (urban, interurban), Handlungsempfehlungen zur Gestaltung der Governance. ​


Arbeitsweise
 
Generell liegen die Ziele der Ausschussarbeit in

  • der gegenseitigen Information der Mitglieder, 
  • der inhaltlichen Be-/Erarbeitung von Regelwerken und Wissensdokumenten, 
  • der Erarbeitung von Meinungsbildern und Stellungnahmen zu aktuellen Themen, 
  • der Initiierung und Begleitung von FE-Aktivitäten. 

Die Arbeiten können i. d. R. im Ausschuss nur initiiert, diskutiert und verabschiedet werden, die wesentlichen Inhalte werden zwischen den Sitzungen in kleinen Bearbeitergruppen oder (bei größerem Umfang) in Arbeitskreisen entwickelt. Zu Sonderthemen oder speziellen Anlässen werden dabei Gäste eingeladen.

Die Mitgliederstruktur soll folgende Bereiche abdecken:

  • öffentliche Verwaltungen (Bund, Länder, Kommunen) 
  • Verbände (Automobil, ÖPNV, Güterverkehr) 
  • Industrie (Infrastruktur, Kommunikation, Automobil, Endgeräte)
  • Ingenieurbüros 
  • Wissenschaft und Lehre

Darüber hinaus soll der fachliche Austausch mit Nachbarländern (vor allem Österreich, Schweiz, Niederlande) gepflegt und ausgebaut werden. Dies kann auch zur Mitgliedschaft im Ausschuss führen.

Bestand an Regelwerken und Wissensdokumenten

  • Neue Technologien zur Beeinflussung des Straßenverkehrs – Aspekte der Systemeinführung – (1993) – 006/7
  • Hinweise zur Schätzung von Verkehrsbeziehungen mithilfe von Querschnittszählungen – (1995) – 365
  • Arbeitspapier Materialien zur Gestaltung von Verkehrsmanagementstrukturen – (2009) – 307
  • Hinweise zur Verkehrsprognose in verkehrstechnischen Anwendungen – (2012) – 382/1
  • Hinweise zur Strukturierung einer Rahmenarchitektur für Intelligente Verkehrssysteme (IVS) in Deutschland - Notwendigkeit und Methodik – (2012) – 305
  • Hinweise zu Detektionstechnologien im Straßenverkehr – (2019) – 312

Laufende Forschung

Vom Arbeitsausschuss betreute FE-Projekte

03.0556 Prüfverfahren für Sensoren zur Messung von Fahrbahnzuständen
03.0566 Auswertung von Vorher-Nachher-Untersuchungen zur Wirksamkeit von Verkehrsbeeinflussungsanlagen
03.0584 Wirksamkeitsanalyse für Anlagen zur Netzbeeinflussung (NBA) und Erarbeitung des Potentials neuer Steuerungsstrategien
03.0586 Rahmenwerk für IVS-Architektur Deutschland - Konzept für Einführung, Nutzerunterstützung, Weiterentwicklung und Pflege
77.0512 Integration von öffentlichem und privatem Parkraummanagement

Aktivitäten

Laufende Bearbeitung / Überarbeitung von Regelwerken / Wissensdokumenten

  • Hinweise für Strukturen von Verkehrsmanagementzentralen und Verkehrsmanagementnetzwerken – (2015) 
  • Hinweise "Telematik und Verkehrssicherheit" – (2015) 
  • Hinweise zum Telematikeinsatz in Städten

Laufende Bearbeitung / Überarbeitung von Regelwerken / Wissensdokumenten

  • Hinweise für Strukturen von Verkehrsmanagementzentralen und Verkehrsmanagementnetzwerken – (2015) 
  • Hinweise "Telematik und Verkehrssicherheit" – (2015) 
  • Hinweise zum Telematikeinsatz in Städten
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